Marketing Terminal GmbH: Insolvenzverfahren eröffnet

| Das Amtsgericht München hat das Insolvenzverfahren über die „Marketing Terminal GmbH“ eröffnet. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Ulrich Cramer von der bundesweit tätigen Kanzlei Flöther & Wissing. Cramer wird die bereits begonnene Sicherung der Vermögenswerte und Ansprüche fortsetzen und nunmehr auch die Verwertung einleiten.

Cramer hatte das vorläufige Verfahren dazu genutzt, die vorhandenen Vermögenswerte der „Marketing Terminal GmbH“ zu ermitteln und soweit möglich für die Gläubiger zu sichern. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag dabei darauf, abgeflossene Gelder und Vermögensgegenstände für die Insolvenzmasse zurückzuführen. Dabei arbeitet er eng mit der Kriminalpolizei Kempten und der Staatsanwaltschaft Augsburg zusammen, die ihrerseits Ermittlungen gegen die Gesellschafter und Geschäftsführer des Unternehmens führen.

Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich neben Barvermögen hauptsächlich um Immobilien im In- und Ausland sowie hochwertige PKW. „Insgesamt konnten wir bisher freie Vermögensgegenstände im Wert von rund 1 Mio. Euro sicherstellen“, so Cramer. „Ich gehe aber davon aus, dass sich dieser Betrag noch deutlich erhöhen wird und wir eine Rückzahlungsquote erreichen werden, die signifikant höher liegt als in vergleichbaren Verfahren.“ Eine genaue Quotenschätzung konnte Cramer zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht abgeben.  

Alle Gläubiger der „Marketing Terminal GmbH“ – insgesamt über 9.000 – werden demnächst vom Insolvenzverwalter per Post darüber informiert, wann und wie sie ihre Forderungen im Verfahren anmelden können. Die Gläubiger werden daher gebeten, vorab keine Forderungsanmeldungen vorzunehmen und die weiteren Informationen des Insolvenzverwalters – die ihnen voraussichtlich Mitte Mai zugehen werden – abzuwarten.

Das Geschäftsmodell der „Marketing Terminal GmbH“ sah ursprünglich vor, Gewinne über das Schalten von Werbebannern, sogenannten Leads, zu erwirtschaften. Allerdings wurde diese Geschäftstätigkeit nie aufgenommen. Stattdessen erwirtschaftete das Unternehmen seine Umsätze ausschließlich mithilfe der Einnahmen von Anlegern. Diesen wurde beim Kauf sogenannter Dienstleistungspakete eine Dividende von bis zu 200 Prozent binnen weniger Monate suggeriert, was anfangs auch durch immer neu eingehende Gelder finanziert werden konnte. Aufgrund der in immer größerer Höhe zu leistenden Rückzahlungen an immer mehr Anleger standen schließlich nicht mehr genug Mittel zur Verfügung.  

„Spätestens nachdem die Staatsanwaltschaft dann im Zusammenhang mit diesem vermeintlichen Schneeballsystem Ermittlungen einleitete, wurden kaum noch neue Anleger gewonnen und der Geschäftsbetrieb brach im September 2014 völlig zusammen“, so Cramer. Ende September 2014 stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München. Dieses bestellte Ulrich Cramer am 6. Oktober 2014 zum vorläufigen Insolvenzverwalter.